Wissenschaftliche Hintergründe
Gemeinsam Risiken früher sichtbar machen.
Eine gute Hörfähigkeit ist nicht nur wichtig für Kommunikation und Lebensqualität. Forschungsergebnisse zeigen zunehmend, dass Hören und geistige Gesundheit miteinander zusammenhängen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt Hörverlust zu den beeinflussbaren Risikofaktoren für kognitiven Abbau und Demenz. Nach ihrer aktuellen Leitlinie könnten theoretisch rund 7 % der Demenzfälle verhindert werden, wenn Hörverlust auf Bevölkerungsebene vollständig beseitigt werden könnte. Gleichzeitig ist Hörminderung weit verbreitet und bleibt gerade im höheren Lebensalter häufig unerkannt oder unbehandelt.
Genau hier setzt das gemeinsame Forschungsprojekt AUDIOVIA des Telemedizinzentrums Hamm und der Hochschule Hamm-Lippstadt an.
Wir entwickeln und untersuchen ein neues digitales Untersuchungsverfahren für Menschen ab 65 Jahren. Dabei betrachten wir nicht nur das Hören, sondern verbinden unterschiedliche Informationen:
Hören · Gedächtnis und Aufmerksamkeit · körperliche Leistungsfähigkeit · weitere Gesundheitsfaktoren
Eine besondere Rolle spielen dabei die Angehörigen. Sie kennen die teilnehmenden Personen häufig seit vielen Jahren und können Veränderungen im Alltag beobachten, die in einer kurzen Untersuchung allein möglicherweise nicht sichtbar werden. Deshalb beziehen wir ihre Perspektive ausdrücklich in das Forschungsprojekt ein.
Hinweis zur WHO-Angabe: World Health Organization. Risk reduction of cognitive decline and dementia: WHO guidelines, second edition. Geneva: WHO; 2026.